Jahnstadt Freyburg
Der Turnvater Friedrich-Ludwig Jahn in Freyburg
Friedrich Ludwig Jahn wurde am 11. August 1778 in Lanz bei Lenzen in der Prignitz als Sohn eines Pfarrers geboren. 1796 nahm er in Halle ein Theologiestudium auf. Später wandte er sich vorwiegend dem Studium der Geschichts- und Sprachwissenschaften zu.
In der Berliner Hasenheide eröffnete Friedrich Ludwig Jahn im Frühjahr 1811 den ersten deutschen Turnplatz. Das deutsche Turnen, von Jahn als Gesamtheit aller Körperübungen verstanden, ordnete sich in seinen Nationalerziehungsplan ein, so wie er ihn in seinem Hauptwerk "Das Deutsche Volksthum" (1810) entwickelt hatte.
Jahn entwickelte bekannte Turngeräte weiter, erfand auch neue. Besonders durch sein Hauptwerk "Die Deutsche Turnkunst" (1816) entwickelte sich das Gerätturnen zur eigenständigen Sportart und so beschränkte sich die turnerische Betätigung nicht nur auf einfache Leibesübungen, die er in seinem folgenden Ausspruch zitiert: "Gehen, Laufen, Springen, Werfen, Tragen sind kostenfreie Übungen, überall anwendbar, umsonst wie die Luft. diese kann der Staat von jedem verlangen, von Armen, Mittelbegüterten und den Reichen, denn jeder hat sie nötig."
Traditionell wird auch heute noch alljährlich ein Jahngedenkturnen veranstaltet. Hier treffen sich turnbegeisterte Sportler jeden Alters zu Wettkämpfen, Erholung und Spaß. Auch die Jahnturn- und Jahnehrenhalle erinnern an das Schaffen Friedrich-Ludwig Jahns in Freyburg.
1817 wurde Jahn von den Universitäten Jena und Kiel zum Dr. phil. ehrenhalber ernannt.
Seit 1825 lebte Friedrich Ludwig Jahn bis zu seinem Tod 1852 in Freyburg.
Sein Wohnhaus ist heute Jahnmuseum und Jahngedenkstätte. Er war es, der die berühmten 4 "F" - Frisch - Frei - Fröhlich - Fromm - über seinem Hause begründete.
Allen, die sich mit Friedrich Ludwig Jahn und Freyburg an der Unstrut beschäftigen, seien seine Ausführungen über die Worte gesagt:
Frisch
nach dem Rechten und Erreichbaren streben, das Gute tun, das Bessere bedenken und das Beste wählen;
Frei
sich halten von der Leidenschaft Drang, von des Vorurteils Druck und des Daseins Ängsten;
Fröhlich
die Gaben des Lebens genießen, nicht in Trauer vergehen über das Unvermeidliche, nicht im Schmerz erstarren, wenn die Schuldigkeit getan und den höchsten Mut fassen, sich selbst über das Mißlingen der besten Sache zu erheben und ermannen;
Fromm
die Pflichten des Menschen, Bürgers und Deutschen erfüllen und zuletzt die letzte, den Heimgang.